The Pain Machinery
Hostile:
"Will uns Anders Karlsson, seines Zeichens der kreative Kopf hinter diesem in
Deutschland doch noch recht unbekanntem Projekt, etwa weißmachen, seine
Musik würde Schmerzen verursachen? Naja, nicht ganz, obwohl "The Pain
Machinery" auf dem bekannten und geschätzten US-amerikanischem BLC Label
zu Hause, doch bei zartbesaiteten Personen gewisse negative Auswirkungen
haben könnnte... .:)
Warum? TPM sind kein Futurepop, kein Trip Hop, kein Trance. TPM steht für
EBM/Darkelectro/Industrial ! Ob man Anders und seinen Gastmusikern damit
vorwerfen kann, sie würden nicht mit der Zeit gehen oder ähnliches, sei mal
dahingestellt.
Ich bin der Meinung es ist vollkommen okay, zur Abwechslung mal wieder Musik
zu hören die eher "puristisch" veranlagt ist. Und oh Wunder, auch in das gängige
"Hellectro" o. "Terror EBM" Schema lässt sich TPM nicht pressen. Zum Glück.
Obwohl ich ja normalerweise ein Verfechter der Vielfalt elektronischer Stile bin,
möchte ich nicht auf jedem Album ein Mischmasch hören. Und "Hostile" - denke ich
- kann man bedenkenlos Fans der o.g. Stilrichtungen ans Herz legen.
Abwechlungsreicher als viele seiner Kollegen geht TPM aber trotzdem vor. Denn es
finden sich tlw. ein paar harsche Industrial-Noise Attacken, im Gegensatz dazu auch
eher minimalistisch instrumentierte, im Midtempo gehaltene dunkle Stücke wie zB.
"Carrier". Persönlich hätte ich es okay gefunden, wenn die CD durch ein Stück in
Richtung Ambient und/oder etwas mit mehr Melodie ergänzt worden wäre.
Denn Melodien und diese Musikrichtung schließen sich nicht aus, finde ich. Es muß ja
nicht jedesmal direkt in die Synthie und/oder Futurepop Ecke abdriften.. Der Gesang
ist übrigens relativ angenehm für EBM - Indus Verhältnisse, so ein Mittelding aus
Megaverzerrung und klarem Gesang. Auch kommen eine Art geflüsterter
Sprechgesang und natürlich die obligatorischen Sprachsamples zum Einsatz.
Einige Elemente der amerikanischen Velvet Acid Christ (minus die trippigen und
trancigen Einflüsse die Bryan auf den letzten 2-3 Alben einfließen ließ) und älteren
Leatherstrip vermeine ich ebenfalls zu hören und damit seien auch 2 Referenzen genannt.
Die Bewertung fällt dann doch nicht so leicht wie zuerst angenommen, denn "irgendetwas"
fehlt mir auf komplette Album Länge bezogen, ohne es genau definieren zu können.
Auch mag ich persönlich verzerrte Beats wie sie auch bei sog. "Rythm Noise" zum Einsatz
kommen nicht (mehr) so gerne hören. Andererseits sind natürlich Klasse Stücke, die ich
mal als Anspieltips nennen will, vorhanden: "Voltage", "Carrier" , "Terror Against Terror"
und "Dehumanize". Das kleine Männchen in meinem Ohr flüsterte mir grade zu, es sei der
Meinung 4,5 von 6 Sternen wäre eine gerechtfertigte Bewertung der Scheibe (deren
Spielzeit mit genau 55 Minuten übrigens okay geht ). Ich schließe mich dieser Meinung an."
Review from Medienkonverter
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